Feigwarzen – die Hautwucherung

Bei Feigwarzen handelt es sich um gutartige Hautwucherungen, die zumeist im Genital- und Analbereich auftreten. Die Viruserkrankung zählt zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten und wird durch das humane Papillomvirus (HPV) ausgelöst.Feigwarzen sind rötlich bis bräunlich und haben zumeist die Größe einer Stecknadel. Die auch als Genitalwarzen, spitze Kondylome oder Condylomata acuminata bezeichneten Gebilde wuchern spitz nach oben, sodass sie in ihrer Form einem Blumenkohl ähneln. Sie können sowohl einzeln als auch flächig auftreten.

Was gegen Feigwarzen tun

Auftreten bei Männern und Frauen

Da die blumenkohlartig aussehenden Warzen hochinfektiös sind, ist die Ansteckungsgefahr sehr groß. Insbesondere durch sexuellen Kontakt wird der Virus schnell auf den Geschlechtspartner übertragen, sodass Feigwarzen überwiegend im Intimbereich zu beobachten sind. Während die Warzen bei Männern zumeist am Penisschaft, auf der Vorhaut, im Analkanal, in der Harnröhrenöffnung oder im Enddarm auftreten, entstehen sie bei Frauen hauptsächlich an den Schamlippen, am Eingang der Scheide sowie am Gebärmutterhals. In seltenen Fällen treten Feigwarzen im Mund- und Rachenraum auf. Experten zufolge kommt es jährlich zu 40000 bis 50000 Neuerkrankungen. Junge und sexuell aktive Menschen gelten als besonders gefährdet. Genau diese Menschen sind auch anfälliger für z.B: Gonorrhoe, Harnröhrenentzündung, Hepatitis A oder Filzläuse.

Mögliche Übertragungswege

Feigwarzen entstehen als Folge einer Infektion mit den humanen Papillomviren (HPV), welche über oberflächliche Verletzungen der Haut in den Körper eindringen. In den meisten Fällen liegt die Ursache in ungeschütztem Sexualverkehr oder in einem häufigen Wechsel des Geschlechtspartners. Auch die Verwendung von Sextoys kann zu einer Übertragung führen. Mit einem Kondom ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Infektion kommt, deutlich geringer.

Ein hohes Ansteckungsrisiko besteht im Falle eines geschwächten Immunsystems sowie vorhandener Hauterkrankungen. So sind HIV-Patienten besonders gefährdet, während die Virus-Erreger bei gesunden Menschen zumeist keine Chance haben. Oralverkehr und Küssen können eine Infektion im Mund- und Rachenraum hervorrufen, was bläschenartige Gebilde im genannten Bereich zur Folge hat. Auch besteht die Gefahr, ein Baby bei der Geburt anzustecken.

Die Nutzung eines verschmutzten Handtuchs oder das Teilen eines Gegenstandes einer infizierten Person führen nur sehr selten zu einer Übertragung. Ähnlich sieht es mit der indirekten Ansteckung durch den Besuch eines öffentlichen Schwimmbades oder eine Sauna aus. Das Risiko einer Erreger-Übertragung ist gering.

Wieviel Zeit vergeht zwischen Ansteckung und Bildung einer Feigwarze?

Zwischen dem Zeitpunkt der Ansteckung und dem Auftreten der Warzen vergehen meistens mehrere Wochen. In manchen Fällen dauert es hingegen Monate bis Jahre, ehe die harmlosen Hautwucherungen erscheinen. Durch die mitunter sehr lange Inkubationszeit lässt sich oftmals nur sehr schwer auf die Ursache schließen.

Wie kommt es zur Bildung von Feigwarzen?

Kam es zu einer Ansteckung, verbleiben die HPV-Viren zunächst in den Haut- und Schleimhautschichten. Die Entstehung von Feigwarzen hängt nun von verschiedenen Risikofaktoren ab. So begünstigt ein geschwächtes Immunsystem, welches den Körper nicht in die Lage versetzt, die Viren abzutöten, deren Vermehrung, sodass in der Folge Wucherungen gebildet werden. Auch kleine Risse in Haut und Schleimhaut, vorhandene Entzündungen sowie der Konsum von Nikotin und anderer Drogen steigern die Wahrscheinlichkeit, dass sich Feigwarzen entwickeln.

Symptome

Je nachdem, welche Hautstellen betroffen sind, zeigen sich unterschiedliche Symptome. Vielfach bleiben Feigwarzen im Genitalbereich aufgrund ihrer geringen Größe und fehlenden Beschwerden längere Zeit unbemerkt. Erst nach einigen Wochen, teilweise Monaten, stellen die Betroffenen die einzeln oder flächig auftretenden Gebilde in rötlicher, bräunlicher oder grau-weißlicher Farbe fest.

An folgenden Hautarealen treten Feigwarzen hauptsächlich auf:

  • Eichel
  • gesamter Penis sowie Hoden (im vorangeschrittenen Stadium)
  • Schamlippen
  • am Eingang der Scheide
  • in der Harnröhrenmündung
  • After
  • im Gebärmutterhals
  • Darm (chirurgische Entfernung erforderlich)
  • Mund

Mit der Entwicklung der flachen Hautknötchen geht nicht selten ein Juckreiz, Brennen sowie Nässegefühl einher. Auch berichten Betroffene von leichten Blutungen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen und Stuhlgang. Darüber hinaus kann es vorkommen, dass die Feigwarzen ein übelriechendes Sekret absondern. Infolge dieser Symptome sind die Betroffenen in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Besonders schlimm wird es, wenn der Betroffene aus Scham einen Arztbesuch hinauszögert, und die Feigwarzen an Größe zunehmen und in der Folge schwerer zu behandeln sind.

Bei etwa jedem dritten Betroffenen heilen die Feigwarzen von selber wieder ab. Das kann jedoch mehrere Monate dauern. Ein frühzeitiger Arztbesuch ist daher unbedingt zu empfehlen.

Diagnose von Feigwarzen

Da es einige Zeit dauern kann, bis sich Feigwarzen entwickelt haben, liegen oftmals auch keine Beschwerden vor. Sobald allerdings Verdacht auf Feigwarzen besteht, solltest Du einen Arzt konsultieren. Das ist auch deshalb ratsam, da auch dann schon ein Ansteckungsrisiko für den Sexualpartner besteht, wenn die Hautwucherungen noch gar nicht als solche erkennbar sind. Allein der Kontakt mit den Händen reicht für eine Infektion aus. Werden daraufhin weitere Körperstellen berührt, ist die Gefahr einer Ausbreitung groß. Idealerweise holen sich Männer beim Urologen und Frauen beim Gynäkologen Rat, aber auch durch das Aufsuchen eines Dermatologen erhält der Betroffene Gewissheit.

Körperliche Untersuchung

Hinsichtlich einer Diagnose von Feigwarzen kontrolliert der Arzt sowohl den Genital- und Afterbereich als auch die angrenzenden Körperareale. Hierdurch erlangt der Arzt einen Überblick über das Ausmaß des Befalls. Während der Urologe die Vorhaut und Harnröhre begutachtet, und im Falle sehr kleiner Wucherungen ein Mikroskop verwendet, wird bei Frauen idealerweise auch eine gynäkologische Untersuchung vorgenommen, um auch einen Blick in den Muttermund zu erhalten.

Essigsäuretest

Sofern eine eindeutige Diagnose nicht möglich ist, trägt der Mediziner auf die möglicherweise von Feigwarzen betroffenen Areale Essigsäure auf. Färben sich die entsprechenden Stellen nach ein bis zwei Minuten weiß, deutet es auf eine Infektion hin. Der schmerzlose Test bringt ein eindeutiges Resultat hervor.

Weitere Diagnose-Verfahren

Auch mit einem Abstrich erhält der Betroffene Gewissheit. Hierbei gleitet der Mediziner mit einem Wattestäbchen oder einer kleinen Bürste über die Wucherung und schickt die Probe anschließend ins auf die Untersuchung von Zellen spezialisierte Labor. Alternativ kann auch eine Gewebeprobe entnommen werden. Allerdings wird dieses Verfahren zumeist nur in solchen Fällen angewendet, in denen ein Verdacht auf einen Tumor besteht.

Behandlungsmöglichkeiten von Feigwarzen

Je nachdem, wie umfangreich der Befall ist und welche Hautareale betroffen sind, findet eine Eigentherapie mit medizinischer Unterstützung oder eine operative Behandlung statt. Zu unterscheiden ist zwischen einer Therapie, die darauf abzielt, die die Feigwarzen verursachenden Viren zu schädigen, und einer Behandlung, welche die Linderung der Beschwerden zum Ziel hat.

Uraschen und Abhilfe bei Feigwarzen

Präparate zur Entfernung der Warzen

Das Auftragen spezieller Präparate wie Lösungen und Cremes tragen zu einer Stärkung der Immunabwehr bei und sorgen somit dafür, dass die Viren bekämfpt werden. Darüber hinaus kommt es zu einem reduzierten Zellwachstum und einer gestärkten Selbstheilung. Auch Extrakte aus Grünteeblättern wirken sich positiv auf das Immunsystem aus. So wird berichtet, dass bei jedem zweiten Patienten, der eine entsprechende Salben aufträgt, die Feigwarzen verschwinden. Allerdings kann es parallel zu lokal auftretenden Reizungen der Haut kommen. Einige Betroffene schwören auf Teebaumöl, das dreimal täglich auf die Warzen gestrichen wird.

Vereisung und chirurgische Entfernung

Die Behandlung von Warzen ist auch auf chemischem Wege möglich. Sind die Warzenfelder großflächig, werden sie mit flüssigen Stickstoff vereist. Eine Schere oder ein scharfer Löffel kommen zum Einsatz, wenn die Warzen besonders sind. Auch die Verbrennung mit einem Elektrokauter ist möglich, geht allerdings mit einer möglichen Narbenbildung einher.

Operative Entfernung der Feigwarzen

Große oder sehr hartnäckige Feigwarzen werden mit einer Schere oder einem scharfen Löffel entfernt. Zudem ist es möglich, ausgedehnte Warzenfelder mit einem Elektrokauter zu verbrennen. Hierbei ist jedoch eine Narbenbildung möglich. Auch die Elektro- oder Lasertherapie kommen bei der Behandlung zum Einsatz. Die Entfernung der Warzen erfolgt unter einer Lokal- oder Vollnarkose.

Wie kann ich einer Infektion vorbeugen?

Den besten Schutz bieten die Verwendung von Kondomen sowie eine vorsichtige Wahl der Geschlechtspartner. Zwar haben Personen ohne bisherigen Sexualverkehr die Möglichkeit einer Impfung gegen HPV, doch stehen noch keine gesicherten Aussagen hinsichtlich der Wirkung zur Verfügung.

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