Condyloma Acuminatum – Übersicht und was Sie tun sollten

Wenn es um Krankheitsbilder der Haut “unterhalb der Gürtellinie” geht, denkst Du sicherlich zuerst an einen Pilz oder vielleicht auch an Herpes genitalis. Dabei gibt es durchaus noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten der Hauterkrankungen im Intimbereich. Condyloma Acuminatum ist eine davon.

Condyloma Acuminatum oder auch Feigenwarze

Was ist Condyloma Acuminatum?

Die Feigenwarze (lat. Condyloma Acuminatum) lässt sich in der Regel als rötliches warzenartiges Gebilde im Genital- oder auch im Analbereich erkennen. Sie ist eine Vireninfektion der Haut und entsteht vor allem an Punkten und Zonen, die regelmäßig der Feuchtigkeit ausgesetzt sind, zum Beispiel durch Schweiß in Hautfalten oder durch Urintröpfchen. Unter Einfluss dieser beständigen Feuchtigkeit nimmt die Feigenwarze häufig eine weißliche Färbung an.

Im Anfangsstadium bilden sich punktuell kleine knötchen- oder blumenkohlartige Strukturen heraus, die mit der Zeit flächiger werden und sog. “Beete” entstehen lassen. Unterschiedliche Infektionsherde können dabei schließlich zusammenwachsen und im Extremfall sogar regelrechte Geschwulste oder Tumore bilden. Diese sind jedoch als “gutartig” einzuordnen und haben mit “bösartiger” Gewebsveränderung, also mit Krebs, glücklicherweise nichts zu tun.

Condyloma Acuminatum kommt im Gegenteil zunächst einmal recht harmlos daher. So sind die befallenen Stellen normalerweise nicht einmal besonders druckempfindlich, im weiteren Verlauf der Erkrankung können jedoch ein unangenehmens Jucken oder auch ein leicht schmerzhaftes Brennen auftreten. Verursacher all dieser Symptome sind Papillomviren, die Du sicher als Verursacher der “klassischen” Warze kennst. Sie infizieren die Haut oder Schleimhaut, indem sie in einzelne Zellen eindringen und sich im Zellkern breitmachen, um sich dort zu reduplizieren. Die befallenen Hautpartien werden infolge der Infektion zu einem unkontrolliertem Wachstum angeregt, wodurch die charakteristischen äußeren Merkmale entstehen, wie sie oben beschrieben sind. Schön sieht das Ganze also nicht aus und dürfte auf potenzielle Sexualpartner deutlich abschreckend wirken! – Und immer zu versuchen, rechtzeitig das Licht auszumachen, ist auch keine Lösung…

Condyloma Acuminatum beim Mann

Neben den oben genannten Bereichen befällt Condyloma Acuminatum beim Mann gerne auch die Penisspitze, also unterschiedliche Bereiche der Eichel, wobei oft die Harnröhrenmündung mit einbezogen ist. Unangenehmerweise kann die Infektion dabei auch in die Harnröhre hineinwandern.

Condyloma Acuminatum bei der Frau

Bei der Frau sind in den meisten Fällen Vagina, Vulva und, bei extremem Befall, darüber hinaus auch der Gebärmutterhals infiziert. Ebenso wie beim Mann kann ebenfalls die Harnröhre von der Infektion betroffen sein.

Übertragung von Condyloma Acuminatum

Die für Condyloma Acuminatum verantwortlichen Papillomviren sind ziemlich ansteckend und können von grundsätzlich jeder Art von Warze übertragen werden. Das bedeutet also, dass z.B. Kinder, die im Genital- oder Analbereich mit der Feigenwarze infiziert sind, nicht prinzipiell sexuell missbraucht worden sein müssen. Allerdings darf diese Möglichkeit ganz sicher auch nicht einfach außer Acht gelassen werden.

Die häufigste Art der Ansteckung findet nämlich durchaus aufgrund von direktem Hautkontakt im Intimbereich statt, d.h. im Klartext beim Sex, insbesondere wenn er ungeschützt stattfindet. Als primäre Vermeidungsstrategie gilt auf jeden Fall auch hier: Wenn Du auf die Pirsch gehst, auf jeden Fall das Kondom nicht vergessen! Wenn im Übrigen die Vorliebe für die Verwendung irgendwelcher Sexspielzeuge vorhanden ist, ebenfalls auch damit vorsichtig sein, denn auch hier können die Übeltäter, sprich die Papillomviren, nach dem Kontakt mit infizierten Hautpartien lauern und in Form einer Schmierinfektion die Ansteckung verursachen.

Aus diesem Zusammenhang heraus wird Condyloma Acuminatum mit Recht offiziell unter die Geschlechtskrankheiten gelistet. Das klingt zunächst einmal ziemlich bedrohlich, da Du bei diesem Begriff, wie vermutlich die meisten anderen auch, sofort an Syphilis, Tripper oder im weiteren Sinn sogar an Aids denkst. Nur zur Beruhigung: Condyloma Acuminatum ist im Vergleich weit weniger gefährlich als viele andere Krankheiten, die beim Sex übertragen werden können. Aber unangenehm bleibt das Ganze allemal!

Die Inkubationszeit von Condyloma Acuminatum liegt übrigens bei vier Wochen bis zu mehreren Monaten. Die Ansteckung braucht also eine ganze Weile, bis sie sichtbar wird. Das heißt aber auch, dass relativ lange eine Unsicherheit bleibt, wenn man den Verdacht hat, dass der Partner infiziert gewesen ist.

Condyloma Acuminatum in der Behandlung durch den Arzt

Wenn Du Dich mit dem Verdacht herumschlägst, dass Du Dir “unten herum” etwas Unangenehmes eingefangen hast, zum Beispiel, weil sich dort ein auffälliges Hautbild einstellt, versuch Dich gar nicht erst an irgendwelchen Hausmittelchen oder am besten noch an einem seltsamen Hokuspokus, mit dem man angeblich alle Arten von Warzen loswird (es macht sicherlich einen etwas befremdlichen Eindruck, wenn Du dich beispielsweise dabei erwischen lässt, wie Du Dich nachts auf dem Friedhof herumtreibst und Deine Körpermitte an einem Grabstein reibst…). Im Interesse Deiner eigenen Gesundheit und in Verantwortung gegenüber Deinem aktuellen oder ggf. auch einem zukünftigen Partner solltest Du keine falsche Scheu haben und damit zum Arzt gehen, am besten zum Gynäkologen bzw. Urologen. Der hat von der äußeren Diagnostik bis zum serologischen Nachweis durch Virusantikörper im Blut ganz unterschiedliche und sehr genaue Möglichkeiten herauszufinden, um was es sich dabei letztlich ganz konkret handelt. Und wenn es dann nur die Feigenwarze ist, lässt sich die Angelegenheit sogar relativ leicht beheben, zumindest, wenn sie sich noch im Anfangsstadium befindet. Dann reicht nämlich in aller Regel eine entsprechende Salbe, die Du Dir mit dem Rezept des Arztes aus der Apotheke holst. Bei einer verschleppten Stadium, d.h. einem wesentlich schlimmeren Befall kann auch schon mal ein chirurgischer Eingriff vonnöten sein, bei dem die infizierten tumorartigen Hautpartien abgetragen werden müssen. Allein um das zu vermeiden, sollte daher der Arztbesuch nicht bis zum St. Nimmerleinstag verschoben werden!Was sind Feigwarzen und was hilft

Hast Du einen festen Partner, solltet Ihr Euch – trotz aller mit zu bedenkenden Implikationen (“Wo hast Du Dir das denn eingefangen!???”) – aus medizinischen Gründen gleichzeitig behandeln lassen, sonst ist es nahezu zwangsläufig, dass Ihr Euch immer wieder gegenseitig ansteckt. Überhaupt gilt grundsätzlich: Sex während der Behandlungszeit, also einer Spanne von etwa einem Vierteljahr, bitte sowieso ausschließlich und nur mit Kondom! Solltet Ihr darüber hinaus gerade in der Planungsphase für ein Kind sein, ist es erforderlich, die Behandlung zunächst einmal erfolgreich ganz bis zu Ende zu führen und Euch dann vom Arzt das OK geben lassen. Als Elternteil will man ja schließlich nicht, dass das Kind schon im Mutterleib mit den Papillomviren infiziert wird.

Prophylaxe in Bezug auf Condyloma Acuminatum

Die Feigenwarze ist nicht extrem weit verbreitet, man kann davon ausgehen, dass nur etwa 1-2% der europäischen Bevölkerung im Erwachsenenalter infiziert ist, wobei die sexuell aktivste Gruppe mit der größten Wahrscheinlichkeit des Partnerwechsels einen erhöhten Risikofaktor aufweist, also die Gruppe von Mitte bis Ende der 20er. Hier belaufen sich die Schätzungen auf immerhin 4-5%. Je mehr wechselnde Sexualpartner und ungeschützter Verkehr dabei eine Rolle spielen, desto größer ist logischerweise die Wahrscheinlichkeit, sich mit der Feigenwarze anzustecken. Wenn Du also nicht in einer festen Partnerschaft lebst, in der Ihr Euch beide aufeinander verlassen könnt, solltest Du Dich im eigenen Interesse grundsätzlich schützen. Das allererste Mittel der Wahl dabei ist ganz sicher “Safer Sex” mit einem Kondom.

Wer speziell in Bezug auf Condyloma Acuminatum ganz auf Nummer sicher gehen will, dem bietet sich im Rahmen der Medizin eine weitere Möglichkeit. Es gibt nämlich inzwischen einen Impfstoff gegen die Papillomviren. Die Fragen, wie dahingehend der genaue medizinische Stand der Dinge ist, ob eine Impfung konkret bei Dir möglich oder sinnvoll ist, lassen sich ganz sicher mit einen Gang zum Arzt klären.