CMV – Erreger der Cytomegalie

Du hast Angst vor einer Cytomegalieinfektion oder möchtest Dich einmal über das Virus informieren? Zu allererst ist hier wichtig, dass die meisten Infektionen mit dem CMV harmlos verlaufen und nur Fieber und etwas erhöhte Leberwerte verursachen, die Erkrankung an der Cytomegalie dauert in der Regel einige Wochen und heilt dann langsam aus. Allerdings ist zu beachten, dass der Virus für Schwangere, beziehungsweise für das Ungeborene, durchaus gefährlich sein kann und dass es lebenslang im Körper vorhanden bleibt.Wie entsteht CMV und was schafft Abhilfe

Das CMV

Das CMV gehört zur Gruppe der Herpesviren. Es ist nur 200 nm groß und verursacht bei einer Infektion die Cytomegalie, welche sich vor allem durch hohes Fieber und erhöhte Leberwerte auszeichnet. Die Infektion erfolgt in der Regel von Mensch zu Mensch über Tröpfchen- oder Schmierinfektion, besonders häufig erfolgt die Übertragung beim Geschlechtsverkehr oder von Kleinkindern, die die Viren beherbergen auf ihre Eltern. Den Namen hat das CMV dadurch erhalten, dass die vom Virus befallenen Körperzellen eine außerordentliche Größenzunahme erfahren, sie werden zu regelrechten Riesenzellen.

Wie bei den meisten Herpesvirenarten kommt es zunächst zu einer Erstinfektion, welche zum Krankheitsausbruch führt, welche aber auch völlig unbemerkt verlaufen kann. Der Virus verbleibt wie der Erreger der Windpocken ebenfalls lebenslang im Körper und wird hier durch das kompetente Immunsystem in Schach gehalten.

Eine Reinfektion mit den im Körper eingenisteten Viren ist möglich, insbesondere im Falle einer Schwächung des Immunsystemes durch andere schwere Erkrankungen oder eine therapeutisch erforderliche Immunsuppression, beispielsweise nach einer Organtransplantation.
Das CMV selber ist nur 200nm groß, es besteht aus einem eingekapselten Genom, welches sich wiederum in einer Kapsel aus Glykoproteinen befindet. Ein Virus ist kein Lebewesen wie eine Bakterie, es handelt sich eher um eine Art schädliche DNA, die in menschliche Zellen eingeschleust großen Schaden anrichten kann.

Das CMV beispielsweise baut die menschliche DNA derart um, dass weitere Viren produziert werden und freigegeben werden. Die menschliche Zelle wird dabei zunächst stark vergrößert und schließlich komplett zerstört. Außerhalb des Körpers ist das CMV nicht widerstandsfähig, es trocknet innerhalb weniger Minuten aus und kann dann auch keinen Schaden mehr anrichten.

Die Infektion mit dem Cytomegalievirus

Eine Infektion mit CMV ist keine Seltenheit. Immunkompetente Menschen leiden in der Regel für einige Wochen an immer wieder aufflammendem Fieber und erhöhten Leberwerten, lebensgefährlich ist die Infektion für Menschen mit einem gesunden Immunsystem aber nwicht. Anders sieht es bei Menschen mit Immundefekten, beispielsweise einer HIV-Infektion, oder auch relevanten Vorerkrankungen aus. Immunsupprimierte Patienten nach einer Organtransplantation sollten bei entsprechenden Krankheitssymptomen einen Test auf das Vorliegen des Erregers im Blut durchführen lassen. Auch Schwangere sind besonders gefährdet, infiziert sich eine Frau im ersten Drittel der Schwangerschaft mit dem Cytomegalievirus, so kommt es in der Hälfte der Fälle zu einer Übertragung auf das Ungeborene, welches in seiner Entwicklungsphase schweren Schaden wie eine Hörstörung und sogar eine geistige Behinderung davontragen kann. Für Schwangere ist es daher ebenso wichtig beim Auftreten erster Krankeheitszeichen sofort einen Arzt aufzusuchen und einen Test auf CMV durchführen zu lassen. Ist der Virus tatsächlich im Körper aktiv müssen Virostatika angewendet werden um schwere Schädigungen des Föten zu vermeiden. Ein Virostatikum hemmt die Vermehrung der Viren und ermöglicht so die Immunantwort des Körpers.

Maßnahmen bei Infektion

Da nach dem Kontakt mit dem CMV im Körper Antikörper gebildet werden ist es nicht zielführend bei Verdacht auf eine akute Infektion mit dem CMV eine Antikörperuntersuchung durchzuführen, zur tatsächlichen Feststellung einer akuten Erkrankung sollte auf die Virus-PCR zurückgegriffen werden, bei der der Virus selber anhand seiner DNA oder RNA nachgewiesen werden kann. Fachkundige Ärzte können anhand der Blutwerte erkennen, ob es sich um eine länger zurückliegende Infektion oder eine frische Infektion mit dem Cytomegalievirus handelt. Da der Virus lebenslang im Körper verbleibt ist auch lebenslang eine Reinfektion möglich. Die Gefahr bei einer Neuinfektion Menschen in seinem Umfeld anzustecken ist annähernd so groß wie bei der Erstinfektion. Wer eine Ansteckung von vornherein vermeiden möchte, muss vor allem auf die grundlegenden Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen und desinfizieren achten. Da gerade Kleinkinder häufig Erkrankungen aus dem Kindergarten mit nach Hause bringen sollte nach jedem Windelwechsel auf ausgiebige Händehygiene geachtet werden und auch dem Kind sollten grundlegende Hygienemaßnahmen so früh wie möglich beigebracht werden um eine Infizierung zu vermeiden.

Besser vorsorgen

Da der Cytomegalievirus in den meisten Fällen über den Geschlechtsverkehr übertragen wird, sollte hier zur Vermeidung einer Ansteckung ebenso wie zur Vermeidung einer HIV-Infektion oder anderer Geschlechtskrankheiten auf die Verwendung eines Kondomes zurückgegriffen werden. Auf diese Weise kann auch die Infektion mit anderen Erkrankungen wie dem Herpes Genitalis oder der Siphyllis verhütet werden. Ist der Erreger der Cytomegalie erst einmal im Körper, so wird man ihn zeitlebens nicht mehr los, er verhält sich hier ähnlich dem Varicella zoster Virus, der sich nach der Erstinfektion in Form der Windpocken im zentralen Nervensystem aufhält und im Falle einer Immunschwächung als Gürtelrose erneut auftritt. Die Geschlechskrankheit CMV, Vorbeugung und Symptome

Beide Erreger stammen aus derselben Erregerfamilie und richten beide bei Immunschwachen schwere Schäden an. Eine erste Infektion kann hierbei ohne allzu schwere Krankheitszeichen vonstatten gehen, wobei allerdings Ungeborenen beiden Viren erhebliche gesundheitliche Schäden drohen. Hieran kann man erkennen, dass man es keinesfalls mit harmlosen Erregern zu tun hat.

Die Behandlung

Die Behandlung der akuten Infektion richtet sich nach der eigenen Krankheitsgeschichte, bei jungen und grundsätzlich gesunden Patienten ist in der Regel keine besondere Behandlung indiziert, die Cytomegalie wird einige Wochen andauern und schließlich vom Immunsystem zurückgedrängt werden. Wer unter hohem Fieber leidet kann auf fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder auch klassische Methoden wie Wadenwickel zurückgreifen. Antibiotika sind bei viralen Infektionen wirkungslos, es gibt aber die Möglichkeit im Falle eines schweren Krankheitsverlaufes oder bei Vorliegen einer Schwangerschaft ein Virostatikum einzusetzen, welches die Vermehrung des Virus in den körpereigenen Zellen hemmt.

Fazit

Grundsätzlich brauchst Du Dir keine Sorgen um eine Infektion mit dem CMV zu machen, eine Infektion ist für gesunde Menschen mit einem kompetenten Immunsystem nicht gefährlich und heilt in der Regel innerhalb von wenigen Wochen ab. Nur für Schwangere und Patienten mit einem schwachen Immunsystem besteht durch das CMV eine tatsächliche und unmittelbare Gefahr. Schwere Krankheitsverläufe können mit Virostatika behandelt werden. Es besteht grundsätzlich die Gefahr einer Reinfektion, da sich das Virus, wie die meisten Viren der Herpesgruppe, lebenslang im Körper aufhält. Achte zur Vermeidung einer Infektion auf übliche Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren und verwende ein Kondom zur (Krankheits-) Verhütung.

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